Samstag, 16. August 2014

Bergbilder und Bilderberger - Tirol 2015 als Zentrum der Eliten

Kommendes Jahr soll die Bilderberg-Konferenz (bereits zum zweiten Mal) in Tirol im Interalpen-Hotel in Telfs/Buchen abgehalten werden.
Als dieses Faktum bekannt wurde, da habe ich eines ganz klar vermisst, nämlich den Aufschrei der kritischen Öffentlichkeit.

Die Bilderberg-Konferenzen sind jährliche Tagungen der Eliten aus Wirtschaft, Bankwesen und Politik. Die erörterten Themen bleiben, ebenso wie die Gästeliste, im Vorfeld der Treffen unter Verschluß. Man trifft sich offiziell auch nur als Privatpersonen, nicht als Funktionsträger.
Hinzu kommt, daß nur handverlesene Vertreter der Medien zu diesen Konferenzen eingeladen werden, die freie Presse bleibt ausgesperrt. Berichterstattung direkt von der Konferenz gibt es nicht.
Regelmäßig kommt es während den Bilderberg-Konferenzen zu umfangreichen Protesten von Kritikern, die Umgebung des Tagungsortes wird daher wie bei einem G8-Gipfel hermetisch abgesichert um die Tagungsgäste vor den Protest-Aktivisten zu schützen.

Die höchst "private" Gästeschar ist jedenfalls eine illustere, so war auf der Konferenz 2014 beispielsweise Keith B. Alexander, der bis in den vergangenen März amtierende Direktor der National Security Agency geladen. Seit seinem Ausscheiden aus der NSA ist Alexander, ein Verfechter von Spionagesoftware, übrigens Unternehmensberater in Sachen Cyberwar und Informationssicherheit.
Weitere Gäste der heurigen Konferenz waren Größen der Deutschen Bank AG, des Shell-Konzerns, des Axel Springer Verlages, der Europäischen Zentralbank, diverse Minister aus verschiedenen Ländern und als Vertreter aus Österreich Oscar Bronner von der Zeitung "Der Standard". Als Themenliste wurde im Anschluß an die Konferenz folgendes veröffentlicht:
  • Is the economic recovery sustainable?
  • Who will pay for the demographics?
  • Does privacy exist?
  • How special is the relationship in intelligence sharing?
  • Big shifts in technology and jobs
  • The future of democracy and the middle class trap
  • China’s political and economic outlook
  • The new architecture of the Middle East
  • Ukraine
  • What next for Europe?
  • Current events
Das sind höchst spannende Themen und es ist mehr als schade, daß die Öffentlichkeit die Diskussionen nicht mitverfolgen darf. Mich hätte es ja beispielsweise brennend interessiert, was die Granden konkret zur dritten Frage debattiert haben - existiert Privatsphäre heutzutage? Oscar Bronner, Herausgeber der größten vermeintlichen Qualitätszeitung Österreichs und regelmäßiger Gast auf Bilderberg-Konferenzen, läßt uns leider im Dunklen, was das Fazit der Diskussionen war. Ach ja, ich vergesse ja ganz, daß er da ja nur als Privatperson und nicht als Journalist dort ist.

Man muß kein Verschwörungstheoretiker sein um die Bilderberg-Konferenzen kritisch zu betrachten. Die Intransparenz mit welcher die mächtigesten Leute der Welt hier über Themen diskutieren, die uns alle betreffen, die ist unfassbar. Viel trauriger finde ich es, wenn kritische Menschen sich nicht trauen ihrem Unmut Luft zu machen, weil sie Angst haben dann ins Verschwörungstheoretiker-Eck gestellt zu werden. Die Furcht vor Stigmatisierung kann also durchaus mundtot machen :-(
Wikileaks hat eine große Anzahl an Protokollen von Bilderbergkonferenzen an die Öffentlichkeit getragen, allerdings wäre es viel wichtiger, daß die Öffentlichkeit die Konferenzen in der Berichterstattung mitverfolgen kann.

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Ich hoffe, ich konnte mit meinen Zeilen zum Nachdenken anregen. Sind solche intransparenten Treffen der Welteliten in einer globalisierten Welt nötig? Wollen wir das oder treten wir ein für einen offenen Dialog zwischen der Bevölkerung und den Entscheidungsträgern?

Autorin: Irene L.

Kommentare:

  1. Einen offenen Dialog wird es nie geben, der G 7 Gipfel hat dass umzusetzen was das amerikanische Ostküstenestablishment (Bilderberger) schon lange vorher ausgearbeitet und beschlossen hat.
    Weitere Vertreter sind Atlantikbrücke, Pan Europa, ADL und CFR, wer glaubt, er lebe in einer Demokratie, wird in Zukunft über die globalen Veränderungen wie Unterwanderung nicht erfreut sein.

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  2. wer will wissen, was fehlt http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d7/Herz_Jesu_Fires_-_South_Tyrol.jpg

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  3. "The future of democracy and the middle class trap". Ich deute das so dass die darüber entschieden,
    wie sie den Mittelstand noch vollends ruinieren. Demokratie als solche und auch finanziell abgesicherte
    Bevölkerungsgruppen - genannt Mittelstand - sind bei den Plänen dieser Anarchisten ein Dorn im Auge.
    Faschismus kennt keine Demokratie. Meine kritik geht noch weiter, abgehoben und auch weltfremd wie
    Reiche - und oft auch studierte - meistens sind, "wirtschaften" sie mit ihrer Eine-Welt-Politik vollends an
    den bedürfnissen und tatsachen der Massen vorbei. Wann hört das endlich auf!?

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  4. Ein offener Brief an die Innenministerin: http://piratenparteitirol.blogspot.co.at/2015/02/offener-brief-innenministerin-mikl.html
    Die Bilderberger sollen gefälligst selbst für ihren Sicherheitsaufwand zahlen - es widerspricht dem österr. Sicherheitspolizeigesetz, wenn das Innenministerium für den Polizeischutz kein Entgelt in Rechnung stellt!

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  5. Irgendwie würde mich schon interessieren, was dort besprochen wird. Wenn die Tagung in Österreich stattfindet, welcher österreichische Minister wird dann aufgrund des Heimvorteiles wohl auch eingeladen?

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