Dienstag, 30. Dezember 2014

Die IVB-Ticketverarsche



Die IVB senken den Preis für das Jahresticket demnächst von 468 auf 330 Euro. Wirkt natürlich phantastisch auf den ersten Blick, diese neue Preisgestaltung.
Wenn man jedoch genauer hinsieht, dann kommt man nicht umhin sich zu ärgern.
Das Einzelticket steigt bereits im Vorverkaufspreis am Automaten von 1,80 Euro auf satte 2,50 Euro an. Und, wenn der Automat - wie so oft - dann nicht funktioniert, dann drückt man beim Fahrer künftig 2,70 Euro statt bisher 2 Euro fürs Mitfahren in der Kernzone ab.
Das Monatsticket verteuert sich von 46,20 auf 49,90 Euro und das Halbjahresticket wird überhaupt gestrichen.
Die Studenten toben:  http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20141230_OTS0085/oeh-innsbruck-ivb-ticketreform-ist-eine-verhoehnung

Und dann dieses "Top-Ticket" für Arbeitnehmer...bisher kostete es 277,70 Euro, künftig nur mehr 198 Euro. Ein unschlagbarer Preis - um 55 cent pro Tag Busfahren, soviel man will. Den ganzen Tag lang im Bus herumfahren, angenehm klimatisiert...wozu sich überhaupt noch eine teure Wohnung leisten, da zieh ich doch lieber im IVB-Bus ein.
Das Dämliche an der Sache ist halt, daß der Arbeitgeber IVB-Partner sein muss - eine Art von Mitgliedschaft, die ihn 3 Euro pro Arbeitnehmer/Monat kostet. Dann bekommt der Arbeitnehmer das günstige Ticket um umgerechnet 16,50 Euro/Monat.
Ich finde das eigentlich ziemlich unmöglich - als Arbeitnehmer ist man hier davon abhängig, daß der Arbeitgeber IVB-Partner ist. Was, wenn das meinen Arbeitgeber aber so ganz und gar nicht interessiert, wie ich in die Arbeit gelange? Dann kostet mich mein Arsch am Sitz- oder Stehplatz im Bus halt gleich um 132 Euro mehr pro Jahr als ich mit dem Top-Ticket gezahlt hätte.
Ich fühle mich verarscht.

Autorin: Irene L.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Advent 2014 - von Wahnsinn und Biedermeier 2.0


Advent 2014

Bis zu 1,5 Millionen Menschen sind in Nigeria auf der Flucht vor Boko Haram.
Der nigerianischen Gruppierung Boko Haram wurden 30 Attacken mit 801 Todesopfern zugeschrieben.
Trotz einer drastischen Zinserhöhung in Russland fällt die Währung des Landes weiter. Die Nervosität infolge des Rubel-Absturzes und des Ölpreis-Verfalls hat auch den deutschen Aktienmarkt erfasst. Bis zum Nachmittag bewegten sich die Kurse hektisch auf und ab.
Europas Luftraum leidet unter Verstopfung.
Gute erste Halbzeit im Tiroler Weihnachtsgeschäft.
Laut Insider- Infos soll der IS daran arbeiten, menschliche Bomben zu entsenden. Konkret planen die Terroristen, Selbstmordattentätern Implantate samt Sprengsätzen einzupflanzen.
Der weltweite Möbelverbrauch wird sich nach Angaben des Centre for Industrial Studies (CSIL) im nächsten Jahr gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um 3,4 % erhöhen.
Radikalislamische Taliban haben eine Schule in Peschawar überfallen und ein Massaker verübt. Mehr als 140 Menschen wurden getötet - die meisten Opfer sind Kinder und Jugendliche.
Heute darf Dräger über Bildung 2.0 sinnieren. Und er geht noch weiter. Wenn er etwa von Lernvideos in den USA berichtet, die genau dann stoppen und zurückspielen, wenn die Kamera erste Unaufmerksamkeiten des Schülers misst, sei das zwar "ein bisschen Big brother is watching you", aber, so Dräger: "Wir müssen die Potenziale der Digitalisierung erschließen."
"Die Vorkommnisse rund um die Hypo sind von Fehlentwicklungen und Fehlleistungen auf Landes- und Bundesebene gekennzeichnet", so Griss.
Bereits zum 17. Mal in Folge erleuchtet ein österreichischer Christbaum das Europäische Parlament in Brüssel.

Text: Zeitungsschnipsel aus Onlinezeitungen, zusammengestellt von Irene L.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Drogenfeen im Gemeinderat?




Piratesaw hat kürzlich, anläßlich der bekannt gewordenen Polizeirazzia in der Wohnung des Gemeinderatsmandatars Alexander Ofer, auf unserer Homepage folgendes gebloggt:

Es tut uns leid
wir haben kein Hasch

Aber wenn es nach uns ginge, dürften Sie welches haben.
Wir sehen BürgerInnen als mündige eigenverantwortliche Menschen, denen man die Entscheidung über Ihre Gesundheit selbst überlassen kann.
Dies gilt natürlich auch für den Konsum insbesondere vergleichsweise harmloser Drogen.
Dafür müssen aber Gesetze geändert und nicht gebrochen werden.
Wir treten daher uneingeschränkt für die völlige Freigabe von Cannabis unter vergleichbaren Bedingungen wie Alkohol ein.
Wir werden jederzeit unsere Stimme für dieses Anliegen erheben.
Aber, wir verkaufen keine Drogen.

Der aus der Piratenpartei ausgeschlossene Innsbrucker Gemeinderat Alexander Ofer sorgte kürzlich für Furore, weil mit seinem unkonventionellen Cannabis-Legalisierungsprojekt rechtlich nicht einwandfreie Wege eingeschlagen hat. In seiner Wohnung stellte die Exekutive große Mengen an Cannabisprodukten, Bargeld, sowie Kokain sicher.
Im Rahmen dieses "THC4all"-Projektes wurde Interessenten suggeriert, daß sie legal Cannabis konsumieren dürfen, wenn sie über eine Mitgliedskarte des Projektes verfügen würden.
Nach derzeitiger Rechtslage scheint dieser Sachverhalt allerdings jeglicher rechtlicher Grundlage zu entbehren, was den Projektteilnehmern möglicherweise jede Menge Ärger mit Exekutive und Justiz einbringen könnte.
Da auch die Piraten Partei Tirol, sowie die Piratenpartei Österreichs, wiederholt von Interessenten angeschrieben wurden, so möchten wir noch einmal in aller Deutlichkeit festhalten, daß es sich bei "THC4all" nicht um ein Projekt der Piraten handelt. Die "Innpiraten" rund um Alexander Ofer sind eine eigenständige Partei, die nicht Teil der internationalen Piratenbewegung ist.

Wir denken, daß Herr Ofer der Cannabis-Legalisierungsbewegung in Österreich wahrscheinlich großen Schaden zugefügt hat. Aufgrund der Verwechslungsgefahr seiner "Innpiraten" mit regulären Piratenparteien muss zudem angenommen werden, daß auch die Piraten erneut durch seine Person und Handlungen in der Öffentlichkeit in Mißkredit geraten sind.
Da Herr Ofer, sowie sein Ersatzgemeinderat Stemeseder, nicht freiwillig das Gemeinderatsmandat zurücklegen, gilt es nun abzuwarten, was die Ermittlungen der Exekutive und die Rechtssprechung durch die Justiz ergeben.
Die Piraten Partei Tirol, die im Jahr 2012 zur Gemeinderatswahl angetreten ist und das Mandat errungen hat, hofft jedenfalls, daß kein weiterer Schaden entsteht. Es wäre dringend an der Zeit, daß das Mandat an die Piraten Partei Tirol zurückerstattet wird um endlich dem Wählerwillen entsprechend die Inhalte der Piratenbewegung auch in die Kommunalpolitik einbringen zu können.

Autorin: Irene L.
Bild: Fundstück aus Facebook

Freitag, 5. Dezember 2014

Bilderbergproteste 2015 - eine überparteiliche Plattform präsentiert sich

"Bilderbergproteste 2015" - unter diesem Schlagwort organisiert sich derzeit gerade eine überparteiliche Protestplattform, an der sich auch die Tiroler Piraten nebst vielen anderen Aktivisten beteiligen.
Zitat:
"Wir möchten die Bevölkerung über die Bilderbergtagungen, insbesondere jene in Telfs/Buchen 2015, informieren.
Wir sind nicht einverstanden damit, dass wir Steuerzahler Sicherheitskosten in Millionenhöhe aufgrund dieser vermeintlich "privaten" Veranstaltung tragen müssen.
Wir fordern mehr Transparenz von den Verantwortlichen.
Wir fordern den Gesetzgeber auf endlich klar festzuhalten, wie und ab welchem kostenmäßigen Rahmen sich eine illegale Geschenkannahme, z.B. durch Politiker, definiert."
Die überparteiliche Bilderberg-Protestplattform  präsentiert sich künftig in ihrem Infoblog unter http://bilderbergprotest2015.jimdo.com/

Sonntag, 30. November 2014

Gemeinsam sind wir Meer - segeln wir darauf!


Gestern hielten wir Tiroler Piraten unsere jährliche Generalversammlung im Gasthaus Muskete ab.
Dabei erhielten wir Besuch aus Vorarlberg, der uns ganz besondes gefreut hat.
Nach einem Jahresrückblick durch die Koordinatoren und dem Bericht der Rechnungsprüfer schritten wir zu den Neuwahlen, die per Akzeptanz- bzw. Reihungswahl (gemäß der Schulze-Methode) durchgeführt wurden.



Für das kommende Jahr besteht das neue KoordinatorInnenTeam aus drei Personen (plus einem Nachrücker): Ruth Rath (Diplomkrankenschwester, Betriebsrätin), Irene Labner (Handelsangestellte), Wolfgang Samsinger(Systemadministrator), Nachrücker ist Dietmar Smolle (Angestellter).
Zur Schatzmeisterin wurde Irene Labner bestätigt, Daniel Hunger (Architekt) übernimmt wie bereits im Vorjahr die Schatzmeisterstellvertretung.

Besprochen wurden zudem zwei große Themenschwerpunkte, die uns derzeit sehr am Herzen liegen - zum einen die Bestrebungen im Parlament, die eine Unterstellung der Dampfzigaretten unter das Tabakmonopol vorsehen. Hier haben wir bereits eine Eingabe ans Parlament hinterlegt, wo wir uns gegen diese Regulierung verwehren.
Zum anderen beschäftigt uns derzeit auch das im Juni 2015 in Tirol anberaumte Treffen der Bilderberggruppe. Derzeit kooperieren wir mit anderen Kritikern in einer überparteilichen Protestgruppe, die sich derzeit gerade formiert um ihren Protest gegen das Treffen auszusprechen. Dabei distanzieren wir uns ganz dezitiert von dubiosen Verschörungstheorien und richten uns insbesondere gegen den intransparenten Charakter dieser Veranstaltung. Wir sind besorgt, wenn unsere Politiker an diesem Geheimtreffen teilnehmen, das ziemlich sicher weder einem globalen friedenspolitischen noch bürgerrechtlichem Aspekt dienlich ist.

Ein weiteres aktuelles Thema, das auf unserer Generalversammlung erörtert wurde, betraf den von den Piraten ausgeschlossenen Mandatar Alexander Ofer und seinen ebenfalls ausgeschlossenen Ersatzgemeinderat Heinrich Stemeseder. Nachdem die beiden nun unter dringendem Tatverdacht des geplanten Drogenhandels, sowie des gewerbsmäßigen Betruges stehen, fordern wir dringend ihren Rücktritt vom Gemeinderatsmandat in Innsbruck, das die Piraten Partei Tirol im Jahre 2012 errungen hatte. Das Mandat gehört endlich wieder in den Wirkungsbereich der Piraten Partei Tirol, welche seinerzeit den erfolgreichen Wahlkampf bestritten hat - Innsbruck benötigt aufrechte Piratenpolitik, keine Trittbrettfahrer, die der Legalisierungsbewegung, sowie der internationalen Piratenpolitik, dermassen großen Schaden zufügen.


Sonntag, 16. November 2014

Bilderberg 2015...wer trägt die Unterbringungskosten?

Die Tagung der Bilderberggruppe wird der Öffentlichkeit immer als Privatveranstaltung verkauft.
Man trifft sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Einhaltung der Chatham-Haus-Regeln im 5-Sterne-Hotel, um dort Anliegen von aktueller weltpolitischer und weltwirtschaftlicher Brisanz zu erörtern.
Die Bürger erfahren hinterher maximal eine grobe Auflistung an Themenbereichen, nicht jedoch Details zu den konkreten Diskussionsinhalten.
Es wird Zeit einmal zu analysieren, wer die Kosten für die Bilderbergeinladungen unserer Politiker bezahlt und, ob eine Einladung in ein Luxushotel als illegale Geschenkannahme zu bewerten ist oder nicht!

Der Ex-CDU-Abgeordnete Eckard von Klaeden beantwortet auf abgeordnetenwatch.de Fragen zu  seiner Bilderbergteilnahme und notiert unter anderem:
"..Die mir entstandenen Kosten wurden vom Deutschen Bundestag übernommen..."
Dies steht im Kontrast zu den Aussagen von Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin, der immer darauf pocht, seine entstandenen Kosten selbst getragen zu haben.

http://www.soho.or.at/glbt/bilder/2008/09/wahl_08_faymann_innen_6_coe_big.jpg
Österreichs Bundeskanzler Faymann kontert die Anfragen seitens der FPÖ bezüglich seines Besuches der Bilderbergtagung in Griechenland 2009 folgendermassen:

"..Es hat mich kein Mitarbeiter des Kabinetts begleitet, sondern ich war wie stets entsprechend den Sicherheitsvorkehrungen von Sicherheitsbeamten begleitet. Diese haben am Treffen selbst nicht teilgenommen.." (Wer bezahlt die Sicherheitsbeamten?)
"Meine Reisekosten wurden nicht aus dem Budget des Bundeskanzleramtes getragen..."
(Und wer bezahlte Kost und Logis?)

Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hingegen konstatierte auf die Nachfrage bezüglich der angefallenen Kosten, daß der Flug 762,28 Euro gekostet habe und dies vom Bundeskanzleramt getragen wurde.

Im kommenden Juni findet die Bilderbergkonferenz im Interalpen-Hotel in Telfs/Buchen statt.
Von Anfang Mai bis Ende Juli kosten einfache Einzelzimmer ab 207 Euro/Nacht, eine Suite zwischen 680 und 1200 Euro pro Übernachtung. Die Bilderbergkonferenz dauert drei Tage (also mindestens 2 Übernachtungen).
Wenn es nun so ist, daß teilnehmende Politiker sich zwar die An- und Abreise in einigen Fällen selbst bezahlen, so bleibt dennoch die Frage, ob die Zimmer inklusive der Tagungseinladung auf Kosten der Bilderberggruppe verrechnet werden. Keiner der bislang befragten Politiker erwähnte, daß er sich die Tagungsteilnahme, sowie die Unterbringung und Verpflegung selbst bezahlt hat. Haben wir es hier mit Geschenkannahme zu tun?

Mit dem neuen Anti-Korruptions-Gesetz wurde Anfang 2008 in Österreich jede Geschenkannahme durch Beamte verboten; dies sollte "Anfüttern" unmöglich machen. Nach Protesten der Wirtschaft und von Veranstaltern von Kulturereignissen (wie etwa der Salzburger Festspiele) wurde die Regelung jedoch im Jahr 2009 wieder gelockert, was insbesondere im Zusammenhang mit der Telekom-Affäre und dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Klärung von Korruptionsvorwürfen als Rückschritt kritisiert wurde. (vgl. wikipedia)
Das Wirtschaftsblatt notiert dazu. "Klarheit versuchte Bernhard Weratschnig von der Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption zu vermitteln. Die Verwirrung rund um das Antikorruptionsgesetz sei den zahlreichen Änderungen des Gesetzes geschuldet. 2008,2009 und 2012 wurde es angepasst. Immerhin: "Grundsätzlich sind Geschenke, die einen Wert von unter 100 € aufweisen, unbedenklich.""
Und wie ist das überhaupt im Fall der Bilderbergtagung - dürfen Politiker Geschenke und Einladungen annehmen, wenn sie einfach nur behaupten, sie würden das als Privatperson und nicht als Funktionsträger tun? Irgendwie erinnert das an die Causa rund um die Jagdeinladungen von Mensdorff-Pouilly...
Wie erkennt man Anfütterung, illegale Geschenkannahme und Korruption? Darüber ist sich Österreich trotz der vielen bekannt gewordenen Korruptionsaffären immer noch nicht komplett einig.

Auf der offiziellen Seite der Bilderberggruppe heißt es:
"The expenses of maintaining the small secretariat of the Bilderberg meetings are covered wholly by private subscription. The hospitality costs of the annual meeting are the responsibility of the Steering Committee member(s) of the host country."
Die Kosten für die Gästebetreuung sind also in der Zuständigkeit der Mitglieder des Organisationskommittees des jeweiligen Gastlandes.

(http://i1.ytimg.com/vi/MrPI8_ba8Yk/maxresdefault.jpg)
In Österreich wäre also dementsprechend Rudolf Scholten, Vorstandsmitglied der österreichischen Kontrollbank, für die Begleichung der Tagungskosten zuständig. Wie packt er das wohl an? Für die Tagungskosten und privates Sicherheitspersonal werden sich vielleicht Sponsoren aus Wirtschaft und Bankwesen finden, den großen Rest aber, nämlich die Kosten für die Sicherheitsmassnahmen durch die Exekutive, die trägt der Steuerzahler...aber das ist eine andere Geschichte.


Autorin: Irene L.



Samstag, 13. September 2014

Glitzerfolie wegmachen.


Neulich unterhielt ich mich mit einem Piratenkollegen darüber, wie wir denn unsere Kritik an der 2015 in Tirol stattfindenden Bilderbergtagung anpacken könnten. Er meinte dann: "Was machen wir, wenn die Leute dann mit den ganzen Verschwörungstheorien anrücken?" ...dann würde uns doch niemand mehr ernst nehmen.

Als Piraten können wir nicht abstreiten, dass wir gelegentlich mit Menschen in unserem Umfeld konfrontiert sind, die mitunter sehr originellen, teils verschwörungstheoretischen Denkmodellen anhängen.
Grundsätzlich finde ich das sogar ganz gut so, solange dadurch niemand Schaden trägt, denn das trägt Kreativität zur Türe der Piraten herein.
Allerdings verstehe ich auch, dass viele Piraten damit ihre Schwierigkeiten haben, wenn ihre Mitstreiter obskure Staatsnegierung betreiben oder über Chemtrails wettern. Hier entfernen sich die Inhalte nämlich von wissenschaftlichen Erkenntnissen und rücken in die Welt der Glaubensvorstellungen.
In einer Partei, die den Laizismus hochhält, da ist es demnach für die meisten nicht tolerierbar, dass Glaubensvorstellungen mit Politik vermengt werden. In der Folge gibt es unter Piraten nicht selten große Debatten über diese Themen und Ausschlussforderungen gegenüber den vermeintlichen Verschwörungstheoretikern.

Ich persönlich finde, wir sollten gegenüber Glaubensvorstellungen oder gar Verschwörungstheorien etwas weniger panisch agieren, sondern gelassen und analytisch reagieren. Nur dadurch lassen sich falsche Ideen entzaubern und berechtigte Kritikpunkte herausfiltern.

Wenn Menschen noch vor drei Jahren darüber gesprochen haben, dass wir alle staatlich überwacht werden, dann hat man diesen Personen zumeist einen Aufenthalt in der psychatrischen Klinik angeraten. Nachdem jedoch wikileaks und vor allem Edward Snowden das gesamte Ausmaß der Überwachung durch staatliche Geheimdienste dargelegt haben, da war es plötzlich klar, daß wir tatsächlich alle überwacht werden.
Bevor wir also alle Anhänger von Verschwörungstheorien verteufeln und verjagen, sollten wir uns lieber die Zeit nehmen und prüfen, ob wir nicht einfach nur die Glitzerfolie entfernen müssen um draufzukommen, ob nicht hinter der einen oder anderen Theorie doch ein Körnchen berechtigter Sorge steckt oder nicht.
Wenn nämlich nun tatsächlich unter dem Aluhut ein Funken berechtigter Systemkritik steckt, dann ist es ja vielleicht an uns Piraten dies zu dolmetschen, damit auch die breite Öffentlichkeit davon Kenntnis erlangt.

Nehmen wir das Beispiel Bilderberg-Tagung her:
Wenn man etwa Videoplattformen oder Suchmaschinen zum Thema Bilderberg konsultiert, so erhält man den Eindruck, dass diese Thematik völlig von Verschwörungstheorien einer New World Order überfrachtet ist. Für den Ottonormalbürger bietet sich hier ein dramatisches Bild und er wird daher davon Abstand nehmen Kritik an Bilderberg zu nehmen. Dabei wäre die Kritik ja durchaus berechtigt, denn der österreichische Steuerzahler wird im kommenden Jahr für die Sicherheitsmaßnahmen der Privatveranstaltung Bilderberg-Konferenz aufkommen ohne, dass er dafür im Gegenzug Kenntnis erlangt, was die Ergebnisse der brisanten weltpolitischen und -wirtschaftlichen Diskussionen anbelangt. Die mangelnde Transparenz über die Inhalte und Kosten dieser Tagung ist durchaus ein berechtigter Kritikpunkt - dagegen sollte sich aus piratscher Sicht eigentlich der Protest aus der Bevölkerung richten.

Leider werden viele Menschen Angst haben, dass sie selbst unter den Verdacht geraten ein Verschwörungstheoretiker zu sein, wenn sie sich dem Protest anschließen würden. Das ist traurig und man könnte im Gegenzug ja die Frage in den Raum werfen: Nützen all die Verschwörungstheorien nicht letzten Endes dem System gegen das die Kritiker ankämpfen möchten?
Insofern: weg mit der Glitzerfolie! Besinnen wir uns aufs Wesentliche, analysieren wir des Pudels Kern und suchen wir den Dialog anstatt uns beleidigt und besorgt in den Schmollwinkel zu stellen.

Autorin: Irene L.


Freitag, 29. August 2014

Kampf gegen Nichtraucher

Es sind nicht Tabakkonzerne oder militante Raucherlobbies die diesen Kampf führen. Nein, an vorderster Front findet man Personen oder Organisationen, die sich eigentlich dem Kampf gegen das Rauchen verschrieben haben.

Es ist unbestritten, dass Nichtraucher Menschen sind, die nicht rauchen. Dabei ist es unerheblich ob sie an Stelle des Rauchens Bonbons lutschen, Eis essen, Kaffee trinken oder eben auch aromatisierten Dampf inhalieren.

Während bei Bonbons, Eis und Kaffee aber bislang noch niemand auf die Idee gekommen ist diese den gleichen Regeln wie Rauchwaren zu unterwerfen, taucht bei den sogenannten E-Zigaretten die Forderung mit unschöner Regelmäßigkeit auf. Handfeste sachliche Gründe gibt es dafür nicht, im Gegenteil.

Etwa 100 europäische Ärzte haben letzten Dezember eine Initiative für das Dampfen als gesündere Alternative für das Rauchen gestartet.  Deren Argumente zählen jedoch medial wenig im Chor der zeitgeistigen Dampf-Gegner. Wie man es bisher nur Verschwörungstheoretikern kennt, werden Studien, deren Fehlerhaftigkeit zweifelsfrei nachgewiesen wurde, wieder und wieder hervorgezerrt und propagandistisch verwertet.

Auch wenn der anerkannte Toxikologe Prof. Dr. Mayer von der Karl-Franzens Universität in Graz in einer Veröffentlichung darlegt, dass die bislang angenommene tödliche Menge von Nikotin auf einen zweifelhaften Selbstversuch aus dem Jahr 1856 zurückgeht und schlicht und einfach falsch ist, werden nikotinhaltige Liquids zu chemischen Bomben hochstilisiert. Auch Propylenglykol, Hauptbestandteil dieser Liquids kommt nicht viel besser weg. Da nützt es nichts, dass Propylenglykol unter anderem in Krankenhäusern zur Luftreinigung und Desinfektion, in medizinischen Inhalatoren und last not least als Hauptbestandteil von Nicorette-Sprays Verwendung findet.

Ja und wenn alles nicht genug ist, weiß der geübte Propagandist, dann packe ich den Kinder und Jugendschutz aus. Denn Kinder ziehen immer. Wer will denn nicht unsre Kinder beschützen?
Um die Kinder geht es den erbitterten Gegnern der dampfenden Nichtraucher aber in Wirklichkeit nicht. Ein Blick in die Internetforen oder bei Dampferstammtischen macht auch schnell deutlich dass diese nicht von Kindern und Jugendlichen bevölkert werden. Es sind zumeinst jahrelange Raucher, die einen Weg von der Zigarette los zu kommen gefunden haben. Das ist auch der Grund der Kampagnen.
Es geht wie immer um Geld, viel Geld. Es drohen dem Staat Einnahmeneinbrüche aus der Tabaksteuer, der Zigarettenindustrie brechen die Kunden weg. Vor allem aber verliert die Pharmaindustrie. Dabei sind es nicht einmal die Nikotinprodukte wie Nicorette oder Zyban, sondern die Einnahmen durch Behandlung von Rauchererkrankungen.
In Deutschland etwa haben laut 'der Spiegel' die Kassen im Jahr 2010 für Krebstherapien mehr als 4 Mrd. Euro bezahlt.

Zu den Reihen der Kämpfer gegen die Nichtraucher gesellen sich dann noch die Nichtraucherverbände, die einfach nicht wollen, dass etwas aussieht wie Rauchen, auch wenn es das nicht ist. Klingt blödsinnig, ist aber so. Allein der Anschein muss bekämpft werden. 

Und so werden die jetzt Dampfer medial gehetzt, das macht ja auch mal Spaß, denn das Stigmatisieren der Rauchern ist ja eh schon ein Selbstläufer geworden.



Sonntag, 24. August 2014

Kriegsgerät...made in Tyrol?

Heute führte ich mit jemandem ein Gespräch über die von der Firma Swarovski verlagerte Produktionshalle nach Serbien - ein Thema, das bereits im Mai an dieser Stelle erörtert wurde. Mein Gesprächspartner meinte dann, das sei ja kein Wunder, denn Swarovski würde angeblich auch bei der Produktion von Rüstungstechnik mitwirken und diese Produkte ließen sich eben von Serbien aus leichter exportieren als von Österreich aus.
Ich lasse diese Hypothese meines Gesprächspartners mal außen vor und möchte mich aus gegebenem Anlass einmal mit Tiroler Betrieben beschäftigen, die Produkte für den Kriegseinsatz herstellen und vertreiben.

Ich stieß bei meinen Recherchen auf einen Artikel von Ilja Morozov im 25-Jahre Eco Jahrbuch 1988-2013 der Sparkasse, der von seinem Besuch auf der Waffenschau in Villepinte nahe Paris berichtet.
Österreichs Waffenzulieferer waren auf dieser Messe immerhin mit stolzen 800 Quadratmetern an Informationsständen vertreten - auch Tiroler Firmen waren auf dieser Schau vertreten, so etwa die Firma Plansee, die Legierungen für panzerbrechende Munition liefert.
1988 hat die Firma Plansee ein Patent mit der Nummer EP 0340264 B1 angemeldet - konkret handelt es sich dabei um ein Verfahren zur Herstellung von Halbzeug aus gesinterten Refraktärmetall-Legierungen. Diese Legierung wiederum findet ihren Einsatz bei panzerbrechender Munition.

Die Firma Swarovski betrieb ebenfalls einen Stand auf der Waffenschau, wobei man betonte, daß man selbst zwar "Beobachtungsoptik" liefere, nicht jedoch Zielfernrohre für Waffen. Hä? Die Swarovski-Zielfernrohre für Waffen, egal ob Jagd- oder Militärwaffen, sind doch weltbekannt.
Direkt neben dem Stand der Firma Swarovski befand sich schließlich der Messeaufbau der Firma "Kahles" - diese Firma ist der älteste Hersteller von Zielfernrohren und Militäroptik - und sie ist eine Tochterfirma von Swarovski.
Swarovski hat übrigens schon im zweiten Weltkrieg Zielfernrohre für die deutsche Wehrmacht hergestellt und die Firma so vor der drohenden Pleite gerettet.

Was an den österreichischen Medien offenbar gänzlich vorbeiging, das ist, daß am 21.Jänner 2014 der erste U.S.-Austria Defense Industry Day abgehalten wurde, wo unter anderem ein Vertreter des US-Ablegers der Firma Plansee über das Firmenportfolio informierte. Insgesamt stellten sich 17 österreichische Firmen bei dieser Tagung dem interessierten Publikum vor.
Darüber hinaus tritt auf dieser illustren Veranstaltung des U.S.-Austria Defense Industry Day eine Gruppierung names ADIG (Austrian Defense&Security Industry Group) auf, die angeblich 1991 in Zusammenarbeit mit der österreichischen Wirtschaftskammer ins Leben gerufen wurde - auf den Informationsseiten der Wirtschaftskammer wird diese Interessensgruppe allerdings nirgends aufgelistet und jede Suche über konkretere Informationen läuft leider ins Leere.

Ein kurzer Anhang noch.
In Kufstein ist der Firmensitz der Voere Präzisionstechnik GmbH. Voere baut vornehmlich Jagdwaffen, jedoch auch beispielsweise Präzisionsrepetiergewehre, die für militärischen Einsatz genutzt werden können.
Mils Electronic baut zwar keine Waffen, entwickelt jedoch Verschlüsselungssysteme für militärische Nutzung.
Die Produkte mancher Tiroler Firmen landen mitunter über Umwege auf den Schlachtfeldern der Welt, so stellt GE Jenbacher etwa 1000Watt-Generatoren her, die Gas in Strom umwandeln und daher z.B. vom amerikanischen Militär gerne in abgelegenen Militärbasen eingesetzt werden.

Autorin: Irene L.
Linktipp:
Das wirklich lesenswerte 25-Jahre Eco Handbuch der Sparkasse 2013, man staune über die subversive Auswahl der erörterten Themen: https://www.go-gruendercenter.net/DOCROOT/Eco-jahrbuch-2013.pdf 

Mittwoch, 20. August 2014

Land Tirol - dein Handicap nennt sich "nichterfüllte Quote"!

Das Magazin "Echo" hat im April 2014 in einem Artikel über den aktuellen Konflikt zwischen Landesabteilung für Soziales und der Lebenshilfe berichtet, daß das Land Tirol heuer 1,57 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen leisten muss, weil es zuwenige Menschen mit Behinderung beschäftigt.
Tirol ist trotz grüner Soziallandesrätin nicht nur Schlußlicht bei der Erfüllung der Quote in Sachen Flüchtlingsaufnahme, sondern es ist auch Letzter in der Bundesländerstatistik, was die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in Landesbetrieben bzw. dem Land nahestehenden Unternehmen betrifft.
Dieser Zustand ist seit 2007 bekannt und wurde seither nicht bereinigt (damals waren es übrigens noch 950.000 Euro an Ausgleichzahlungen).

SPÖ-Landtagsabgeordnete Gabi Schiessling fordert nun, daß die Ausgleichszahlungen, die derzeit je nach Betriebsgröße zwischen 226 und 316 Euro pro Monat liegt, auf 600 Euro pro Monat angehoben werden soll.
Zitat Schiessling:
 „Ich habe das Land Tirol schon mehrmals gewarnt, dass uns künftig ein enormer Anstieg bei der Ausgleichtaxe blühen wird, sofern nicht unverzüglich eine Kurskorrektur unternommen wird. Tatsache ist, dass im Landesbudget 2013 rund 1,5 Mio. Euro an Ausgleichstaxe veranschlagt sind und Tirol bundesweit am wenigsten Menschen mit Behinderung beschäftigt", ärgert sich Landtagsvizepräsidentin SP-Sozialsprecherin Gabi Schiessling.

Pro 25 Mitarbeitern sind Betriebe nämlich verpflichtet mindestens einen Arbeitsplatz für einen Menschen mit Behinderung bereitzustellen.
Der Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung Josef Falkner, sowie die Abgeordneten der FPÖ, wehren sich nun als Vertreter der Unternehmerseite gegen diese von Schiessling geforderte Erhöhung der Ausgleichszahlung. Auch der Bauunternehmer Franz Thurner wehrt sich vehement gegen die Pauschalverurteilung der Betriebe, wenn sie die Quote nicht erfüllen zumal für Menschen mit Behinderung nicht in jeder Branche wirklich geeignete Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Was ich nun an der Sache bemerkenswert finde, das ist, daß Schiessling, wie viele andere rote oder grüne Politiker, nun von der Privatwirtschaft fordert, daß sie mehr Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen soll, daß jedoch im Gegenzug das Land und seine landesnahen Betriebe keinerlei Anstalten machen um Arbeitsplätze für diese Menschen zu gestalten. Das Land hat es da ja sehr bequem, denn hier leistet die Ausgleichszahlungen zu größten Teilen ja der Steuerzahler, während in der Privatwirtschaft der Unternehmer selbst die Kosten zu tragen hat.
Ich frage mich nun: wer vertritt eigentlich uns Steuerzahler?
Mit 1,57 Millionen, die das Land an Ausgleichszahlungen leisten muss, da könnte man übrigens viele Arbeitsplätze schaffen, für Menschen mit oder ohne Behinderung.
Stattdessen wird überall gekürzt und der Spießrutenlauf um Subventionen wird für Sozialvereine immer schwieriger.

Ich habe mich kürzlich mit einer Freundin unterhalten, die in der Tagesbetreuung für Menschen mit Behinderung arbeitet. Sie meinte, das Land mache seit geraumer Zeit Druck, daß ihre Klienten gefälligst endlich eine Arbeitstätigkeit aufnehmen sollten. Das sei aber gar nicht so leicht, da viele der Menschen mit Behinderung gar nicht richtig vorbereitet seien auf einen Beruf außerhalb des geschützten Bereiches. Diejenigen, denen ein Job körperlich zumutbar wäre, die wären oft auf eine 1:1 Betreuung durch einen Sozialarbeiter angewiesen, weil ihnen die Konzentration für einen Job fehlt - die Betreuungsperson müßte dann den ganzen  Tag mit dem Klienten die Arbeitstätigkeit gemeinsam verrichten. Und das wäre weder für den Klienten, noch für den Betreuenden erfüllend, sondern eher frustrierend. Daher sei der Wunsch nach Erwerbstätigkeit seitens vieler Menschen mit Behinderung auch sehr verhalten.
Hinzu kommt die Problematik, daß es für Menschen mit Behinderung bisher sehr schwierig war wieder in den geschützten Bereich zurückzukehren, wenn das Experiment "eingenständige Erwerbstätigkeit" nicht funktioniert hat - das hat viele abgeschreckt es überhaupt zu versuchen.

Wenigstens eine Sache hat sich seit Juli 2014 gebessert:
Menschen, die in Tageswerkstätten arbeiten, sollen künftig Arbeitsversuche am offenen Arbeitsmarkt unternehmen können, ohne Angst haben zu müssen, dass sie soziale Leistungen - wie Waisenpension und erhöhte Familienbeihilfe - verlieren. Durch eine Änderung des Familienlastenausgleichsgesetzes wird klargestellt, dass der Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe wieder auflebt, sollte das Einkommen wieder unter die festgelegte Zuverdienstgrenze sinken. Damit will man verhindern, dass Arbeitsversuche am offenen Arbeitsmarkt aus Angst vor einem dauerhaften Verlust der erhöhten Familienbeihilfe unterbleiben.
Bisher war es so, dass nach der Aufnahme einer regulären Arbeit (die ein bestimmtes Jahreseinkommen überstiegen hat) der Anspruch auf erhöhte Familienbeihilfe weggefallen ist. Dieser Anspruch ist nach Abbruch des Dienstverhältnisses jedoch nicht mehr wiedergekehrt. Dies hat womöglich die Motivation, es einmal mit einer Arbeit am ersten Arbeitsmarkt zu versuchen, für behinderte Menschen geschmälert, da dadurch womöglich die erhöhte Familienbeihilfe auf Dauer verloren gegangen wäre.
http://www.behindertenarbeit.at/bha/34449/gesetzesanderungen-betreffend-behinderte-menschen-juli-2014
Das bedeutet, daß es künftig für Menschen mit Behinderung wieder einfach sein sollte vom Erwerbsleben gegebenenfalls zurückzukehren in den Status Quo vor ihrer Beschäftigung.

Auf jeden Fall ist die Erhöhung der Ausgleichszahlungen kritisch zu betrachten, denn ich denke, daß zuerst das Land als einer der größten Arbeitgeber in Tirol mit gutem Beispiel vorausgehen und geeignete Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen sollte.
Der Monitoring-Ausschuss des Landes Tirol hat diese Tatsache erkannt und hält in seiner Julisitzung fest:
Das Land hat die Behinderten-Einstellungs-Quote nicht erfüllt.
Der öffentliche Dienst sollte ein gutes Bei-Spiel sein.
(Das Protokoll ist dem guten Beispiel vorauseilend übrigens in einfacher Sprache verfaßt, das sei als großer Pluspunkt angemerkt)
Wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht und, ob das Land Tirol nun endlich Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schafft oder, ob es lieber weiterhin jährlich steigende Ausgleichszahlungen berappt.

Autorin: Irene L.

Samstag, 16. August 2014

Bergbilder und Bilderberger - Tirol 2015 als Zentrum der Eliten

Kommendes Jahr soll die Bilderberg-Konferenz (bereits zum zweiten Mal) in Tirol im Interalpen-Hotel in Telfs/Buchen abgehalten werden.
Als dieses Faktum bekannt wurde, da habe ich eines ganz klar vermisst, nämlich den Aufschrei der kritischen Öffentlichkeit.

Die Bilderberg-Konferenzen sind jährliche Tagungen der Eliten aus Wirtschaft, Bankwesen und Politik. Die erörterten Themen bleiben, ebenso wie die Gästeliste, im Vorfeld der Treffen unter Verschluß. Man trifft sich offiziell auch nur als Privatpersonen, nicht als Funktionsträger.
Hinzu kommt, daß nur handverlesene Vertreter der Medien zu diesen Konferenzen eingeladen werden, die freie Presse bleibt ausgesperrt. Berichterstattung direkt von der Konferenz gibt es nicht.
Regelmäßig kommt es während den Bilderberg-Konferenzen zu umfangreichen Protesten von Kritikern, die Umgebung des Tagungsortes wird daher wie bei einem G8-Gipfel hermetisch abgesichert um die Tagungsgäste vor den Protest-Aktivisten zu schützen.

Die höchst "private" Gästeschar ist jedenfalls eine illustere, so war auf der Konferenz 2014 beispielsweise Keith B. Alexander, der bis in den vergangenen März amtierende Direktor der National Security Agency geladen. Seit seinem Ausscheiden aus der NSA ist Alexander, ein Verfechter von Spionagesoftware, übrigens Unternehmensberater in Sachen Cyberwar und Informationssicherheit.
Weitere Gäste der heurigen Konferenz waren Größen der Deutschen Bank AG, des Shell-Konzerns, des Axel Springer Verlages, der Europäischen Zentralbank, diverse Minister aus verschiedenen Ländern und als Vertreter aus Österreich Oscar Bronner von der Zeitung "Der Standard". Als Themenliste wurde im Anschluß an die Konferenz folgendes veröffentlicht:
  • Is the economic recovery sustainable?
  • Who will pay for the demographics?
  • Does privacy exist?
  • How special is the relationship in intelligence sharing?
  • Big shifts in technology and jobs
  • The future of democracy and the middle class trap
  • China’s political and economic outlook
  • The new architecture of the Middle East
  • Ukraine
  • What next for Europe?
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Das sind höchst spannende Themen und es ist mehr als schade, daß die Öffentlichkeit die Diskussionen nicht mitverfolgen darf. Mich hätte es ja beispielsweise brennend interessiert, was die Granden konkret zur dritten Frage debattiert haben - existiert Privatsphäre heutzutage? Oscar Bronner, Herausgeber der größten vermeintlichen Qualitätszeitung Österreichs und regelmäßiger Gast auf Bilderberg-Konferenzen, läßt uns leider im Dunklen, was das Fazit der Diskussionen war. Ach ja, ich vergesse ja ganz, daß er da ja nur als Privatperson und nicht als Journalist dort ist.

Man muß kein Verschwörungstheoretiker sein um die Bilderberg-Konferenzen kritisch zu betrachten. Die Intransparenz mit welcher die mächtigesten Leute der Welt hier über Themen diskutieren, die uns alle betreffen, die ist unfassbar. Viel trauriger finde ich es, wenn kritische Menschen sich nicht trauen ihrem Unmut Luft zu machen, weil sie Angst haben dann ins Verschwörungstheoretiker-Eck gestellt zu werden. Die Furcht vor Stigmatisierung kann also durchaus mundtot machen :-(
Wikileaks hat eine große Anzahl an Protokollen von Bilderbergkonferenzen an die Öffentlichkeit getragen, allerdings wäre es viel wichtiger, daß die Öffentlichkeit die Konferenzen in der Berichterstattung mitverfolgen kann.

Ein kleines Nebengeräusch noch...das Privacy Statement der offiziellen Bilderberger-Webseite  informiert uns, daß die Betreiber durchaus kontrollieren, wer wann und von welcher IP-Adresse auf die Seite reinliest:

Privacy Statement

This section deals with how the information obtained through this Internet site is gathered and used.

Web server log data

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Approval of privacy statement

By using our website, you agree to be bound by the conditions included in our privacy statement. If you do not agree to be bound by these conditions, we kindly ask you to leave our site. Bilderberg Meetings reserves the right to change this statement without prior announcement.
Ich hoffe, ich konnte mit meinen Zeilen zum Nachdenken anregen. Sind solche intransparenten Treffen der Welteliten in einer globalisierten Welt nötig? Wollen wir das oder treten wir ein für einen offenen Dialog zwischen der Bevölkerung und den Entscheidungsträgern?

Autorin: Irene L.

Mittwoch, 6. August 2014

It´s jungle out there...oder: Das Sommerloch der Tiroler Tageszeitung

Was macht der Platzhirsch unter den Tiroler Tageszeitungen, wenn das Sommerloch keine Aufreger für den Lokalteil mehr bereit hält?
Man streut diffuse Ängste und suggeriert, daß Tirol ein Dschungel ist, wo es nur so an gefährlichen, unberechenbaren Kriech- und Krabbeltieren wuselt.
Unlängst hat ein verantwortungsloser Tierhalter zwei junge Boa constrictor in Innsbruck am Innufer ausgesetzt - die Tiere wurden schließlich dem Tierschutz übergeben.
Infolge dieses Vorfalles folgte nun schon der zweite Bericht innerhalb weniger Wochen zu dem Thema Exotenhaltung in Tirol. Es wird darin berichtet, daß doch viele der Halter mit der Haltung ihrer Tiere, inbesondere der Reptilien, überfordert seien und die Abgaben daher ansteigen.

Alles in allem entsteht der Eindruck, daß hier ein großes Problem vorliegen würde - das sehe ich als solches nicht, zumal gerade der Fachhandel immer mehr an Aufklärungsarbeit zu leisten versucht.
Vor etwa 5 Jahren hat die Terraristikbranche ihren Höhepunkt erreicht, seither schrumpft dieses Segment der Zoohandelsbranche kontinuierlich.
Ein renommierter Zoohändler dazu auf einer Fachmesse vor 2 Jahren:
Ein Schwerpunkt des Kongresses war aber nicht nur Qualität der Produkte, sondern auch der lebenden Tiere im Zoofachhandel. Unter dem Titel "Die Terraristik: Verramschte Chance oder Markt mit Zukunft" rückte Jürgen Hoch, Geschäftsführer Import-Export Peter Hoch, die derzeit rückläufigen Absatzzahlen von Bartagame, Natter und Co. in den Fokus.
Seine Forderung: Die Terraristik müsse weg vom Billig-Image. Qualitätsmanagement sei genauso wichtig wie Selbstbewusstsein beim Preis. Außerdem sollten Reptilien, Schlangen und Insekten deutlicher als Heimtiere kommuniziert werden: "Terrarientiere können ebenso artgerecht gehalten werden wie Kleinsäuger", sagte er. 
Immer mehr tierschutzengagierte Leute, insbesondere jene ohne eigene praktische Erfahrung mit Exoten, fordern Exotenhaltungsverbote. Es erscheint, als ob hier das Phänomen des Zweiklassentierschutzes vorliegt, denn es wird offenbar komplett unter den Teppich gekehrt, daß die Anzahl an abgegebenen Hunden, Katzen oder Nagern ein Vielfaches dessen beträgt als die Anzahl an abgegebenen Exoten.
Streicheltiere wie Hunde, Katzen und Nager sind es, die unsere Tierheime überquellen lassen, nicht eine Handvoll an Reptilien, die beim Tierschutz abgegeben werden.

Es gibt inzwischen verschiedene Initiativen im deutschsprachigen Raum, die sich gegen eine Diskriminierung der Exotenhaltung aussprechen - in Österreich versucht beispielsweise die Gesellschaft für Herpetologie durch Aufklärungsarbeit die derzeit medial aufgeputschte Angst der Menschen vor Reptilien und Amphibien einzubremsen. Darüber hinaus leisten Vereine wie diese auch eine Menge an wertvoller Nachzuchtarbeit für internationale Arterhaltungsprogramme.
Das österreichische Tierschutzgesetz ist eine der fortschrittlichsten Verordnungen in Sachen Tierschutz weltweit. Es bedarf sicherlich keiner Haltungsverbote für Exoten, wenn künftig weiterhin gute Aufklärungsarbeit geleistet wird und für gefährliche Arten Genehmigungspflicht eingeführt wird.
Die meisten Arten sind allerdings völlig harmlos und man darf getrost sagem, daß manche Terrarientiere (z.B. Bartagamen, Geckos, Nattern,...) wirklich geeignete Tiere für Menschen mit Allergien oder wenig Freizeit sind.

Von Tierschutzvereinen wünsche ich mir einen gelasseneren Umgang mit Exoten - die Tierheime sind voll mit Hunden, die aus Zeitgründen abgegeben wurden und Katzen, die man aus Allergiegründen nicht mehr haben möchte.
Und von den Medien wünsche ich mir, daß sie endlich aufhören Exoten (dazu zählen übrigens auch Wellensittiche und Meerschweinchen, wenn man es genau nimmt) auf furcheinflössende Schlangen und Spinnen zu reduzieren. Hier wird mit unterbewußten Ängsten gespielt und man stellt Terrarianer in ein schiefes Licht. Es ist kein Wunder, daß viele Exotenhalter sich gar nicht trauen ihre Tiere beim Veterinäramt zu melden, weil sie durch die negative mediale Berichterstattung fast schon in ein kriminelles Eck gedrängt werden, selbst wenn sie ihren Tieren optimale Haltungsbedingungen bieten.

Autorin: Irene L.

Sonntag, 3. August 2014

Vom Augenauswischen und dem Shoppingwahnsinn


In Tirol wird wieder einmal darum gestritten, wer wann verlängerte Geschäftsöffnungszeiten für die  "Shoppingnight" abhalten darf.

Der Onlinemarkt setzt den lokalen Händlern sehr zu - egal, ob Großfiliale einer Handelskette oder kleiner Einzelhandelsbetrieb, sie alle erleben derzeit dasselbe wie die kleinen Lebensmittelhändler damals beim großen Greislersterben in den 80ern und 90ern.

In den großen Kaufhäusern stehen immer mehr Geschäftsflächen leer (z.B. EKZ West,...) und in einigen Ortschaften verschwinden zusehends die Geschäfte in den Ortskernen (z.B. Schwaz,...).
Unter den Wirtschaftstreibenden bricht Panik aus, doch was nun geschieht, das ist der Versuch ein lahmendes Pferd noch einmal mit Doping und Peitsche wettbewerbsfähig zu machen.
Es wird versucht mit Shoppingnights und verlängerten Öffnungszeiten am Abend und an Wochenenden die maroden Geschäftsbetriebe zu retten.

Fakt ist allerdings: diese Versuche die Umsätze anzukurbeln, die werden auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen. Man kann mit längeren Öffnungszeiten und Einkaufsnächten die Handelsbetriebe nicht dauerhaft retten, denn die Menschen, die bereits jetzt online einkaufen, die tun das, weil sie dem Shoppingstress und dem Schleppen schwerer Einkaufstaschen entfliehen möchten.
Und diese Menschen werden auch weiterhin online einkaufen, denn die tragen den 20-Kilo-Hundefuttersack nicht gern selbst heim, und angesichts der Tatsache, daß Onlinetempel wie Zalando oder Amazon sogar Gratisretourenservice anbieten, so werden sie auch immer öfter ihre Bekleidung online erstehen.
Man geht schlichtweg nur mehr in den Laden, wenn man auf die Schnelle irgendetwas benötigt oder sich beraten lassen möchte.

Für die Arbeitnehmer im Handel bedeuten verlängerte Öffnungszeiten jedenfalls Arbeitszeiten, die mit den Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen inkompatibel sind. Ausgedehnte Öffnungszeiten sind generell nicht familienfreundlich, oder ist es erstrebenswert, dass die Eltern in der Arbeit weilen während die Kinder ihr schulfreies Wochenende haben? Meist bekommen die Arbeitnehmer auch keine Überstunden ausbezahlt - es wird von ihnen erwartet, die Abend- und Wochenendstunden auf Zeitausgleichsbasis zu leisten. Ein Arbeitnehmer soll flexibel sein wie Kaugummi.

Vielleicht sollten wir alle das im Hinterkopf behalten, wenn Politik und Wirtschaftskammer wieder einmal über eine umsatzträchtige Shoppingnacht jubilieren - die Menschen kaufen dann halt zur normalen Öffnungszeit weniger ein, denn irgendwann hat selbst ein Konsumsüchtiger den Hals mal voll.

Linktipp: http://www.tirolanders.at/tirol-lokal/shoppingnightmare/
Autorin: Irene L.

Sonntag, 20. Juli 2014

Ein hungriger Bauch spielt nicht mehr!


Deutschland hat vor kurzem vom oberösterreichischen Unternehmen "Rosenbauer" satte 78 Stück an Wasserwerfern gekauft. Für die deutschsprachige Presse war das einzig Berichtenswerte an der Sache, daß diese Wasserwerfer durch den testweisen Beschuß mit Tennisbällen leichte Schäden an den Fenstern davontrugen - zur Belustigung der Leser. Kaum ein Medium setzte sich hingegen mit der Frage auseinander, WESHALB Deutschland den Ankauf von 78 neuen Wasserwerfern getätigt hat.

Während der Abblenkung der Massen durch die Fußball-WM wurde klammheimlich der Artikel 222 des Vertrages von Lissabon durch den EU-Ministerrat gewunken. Ein brillianter Schachzug, denn kaum ein Printmedium oder gar ein Fernsehsender griffen das brisante Thema auf.
Europa rüstet sich gegen die eigene Bevölkerung. Man scheint offenbar Unruhen zu befürchten, die durch bevorstehende Wirtschafts- und Politikkrisen hervorgerufen werden könnten.

Der Artikel 222 des Vertrages von Lissabon besagt:

(1) Die Union und ihre Mitgliedstaaten handeln gemeinsam im Geiste der Solidarität, wenn ein Mitgliedstaat von einem Terroranschlag, einer Naturkatastrophe oder einer vom Menschen verursachten Katastrophe betroffen ist. Die Union mobilisiert alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel, einschließlich der ihr von den Mitgliedstaaten bereitgestellten militärischen Mittel, um


a) - terroristische Bedrohungen im Hoheitsgebiet von Mitgliedstaaten abzuwenden;


- die demokratischen Institutionen und die Zivilbevölkerung vor etwaigen Terroranschlägen zu schützen;


- im Falle eines Terroranschlags einen Mitgliedstaat auf Ersuchen seiner politischen Organe innerhalb seines Hoheitsgebiets zu unterstützen;

b) im Falle einer Naturkatastrophe oder einer vom Menschen verursachten Katastrophe einen Mitgliedstaat auf Ersuchen seiner politischen Organe innerhalb seines Hoheitsgebiets zu unterstützen.
(2) Ist ein Mitgliedstaat von einem Terroranschlag, einer Naturkatastrophe oder einer vom Menschen verursachten Katastrophe betroffen, so leisten die anderen Mitgliedstaaten ihm auf Ersuchen seiner politischen Organe Unterstützung. Zu diesem Zweck sprechen die Mitgliedstaaten sich im Rat ab.
(3) Die Einzelheiten für die Anwendung dieser Solidaritätsklausel durch die Union werden durch einen Beschluss festgelegt, den der Rat aufgrund eines gemeinsamen Vorschlags der Kommission und des Hohen Vertreters der Union für Außen- und Sicherheitspolitik erlässt. Hat dieser Beschluss Auswirkungen im Bereich der Verteidigung, so beschließt der Rat nach Artikel 31 Absatz 1 des Vertrags über die Europäische Union. Das Europäische Parlament wird darüber unterrichtet.
Für die Zwecke dieses Absatzes unterstützen den Rat unbeschadet des Artikels 240 das Politische und Sicherheitspolitische Komitee, das sich hierbei auf die im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik entwickelten Strukturen stützt, sowie der Ausschuss nach Artikel 71, die dem Rat gegebenenfalls gemeinsame Stellungnahmen vorlegen.
(4) Damit die Union und ihre Mitgliedstaaten auf effiziente Weise tätig werden können, nimmt der Europäische Rat regelmäßig eine Einschätzung der Bedrohungen vor, denen die Union ausgesetzt ist.

Durch die Solidaritätsklausel wird es künftig möglich sein, daß EU-Mitgliedsländer zur Bekämpfung von staatsinternen Aufständen bzw. durch von Menschen verursache Bedrohungsszenarien militärische Hilfe von anderen Mitgliedsländern einfordern können.
Zur Einschätzung der Bedrohungssituation wird die EU vermutlich den Ermittlungen des europäischen Geheimdienstes INT-CEN, der im Jahr 2011 ins Leben gerufen wurde, mehr Gewicht verleihen.
Linktipp: EU-INTCEN auf Wikipedia
Ich sage: wir werden alle eingelullt mit Brot und Spielen. Aber offenbar haben unsere Regierenden zusehends Angst, daß Brot irgendwann nicht mehr ausreichend zur Verfügung sein wird und, daß das Volk dann keine Lust mehr hat sich mit Spielen abzulenken. Nach dem Motto: ein hungriger Bauch spielt nicht mehr.

In Deutschland wurde unterdessen um 100 Millionen Euro eine Übungsstadt aufgebaut, wo das Militär seine Abwehrtaktiken bei bürgerkriegsartigen Zuständen trainieren kann.
Die „Übungsstadt Schnöggersburg“, benannt nach der Wüstung Schnöggersburg, soll 2012 bis 2017 im Bereich der früheren gleichnamigen Ortschaft gebaut werden. Das rund sechs Quadratkilometer große Übungsareal, Kosten etwa 100 Millionen Euro, soll mit über 500 Gebäuden und Hochhäusern, Straßen, U-Bahn-Tunneln, Kanalisation und Industriegebiet eine stadttypische Bebauung sowie einen 22 Meter breiten Fluss und ein Waldgebiet enthalten.[2] In der Übungsstadt sollen schon ab 2015 Gefechtsverbände mit bis zu 1500 Soldaten trainieren. Das geplante Übungsgelände ist in dieser Größe deutschlandweit einmalig http://de.wikipedia.org/wiki/Gefechts%C3%BCbungszentrum_Heer
Im Februar dieses Jahres protestierten in London Menschen gegen die Anschaffung von Wasserwerfern - bis dahin kam die Londoner Polizei also trotz der Größe der Stadt ohne Wasserwerfer aus, doch plötzlich sollten welche angeschafft werden...
2011 besaß die österreichische Polizei zwei Wasserwerfer - diese gelten rechtlich als Dienstwaffen. Bis dato wurden sie angeblich erst zweimal eingesetzt. Es bleibt die Frage, ob bereits Verträge für den Ankauf weiterer Geräte getätigt wurden.
Die Firma "Rosenbauer", welche nebst Feuerwehrgerätschaften eben auch Wasserwerfer produziert, befeiert sich selbst angesichts steigender Aktien:
..In den vergangenen zehn Jahren hat Rosenbauer seinen Umsatz von 300 auf 740 Millionen Euro steigern können...
 Wir verharren in gespannter Haltung...was passiert mit uns? Worauf steuert Europa zu?

Autorin: Irene L.


Samstag, 19. Juli 2014

Gefährliche Wahrsager

"Da Hofa wars, vom 20er-Haus, des schaut ma so verdächtig aus..."
Wolfgang Ambros Song, 'Da Hofa', aus den frühen 70ern bekommt gerade erschreckende Aktualität.

Je nach Gesinnung ist 'da Hofa' Putin, Obama oder Poroschenko und das 20er-Haus Russland, Amerika, oder die Ukraine. Aber wer auch immer des 'Hofas' Platz einnimmt, er ist auf jeden Fall Schuld, Schuld am Absturz eines malaysischen Passagierflugzeuges und knapp 300 Toten.
Ich schreibe hier Absturz, weil das bislang so ziemlich das einzige ist, bei dem ich mir ziemlich sicher bin.

MH17 ist abgestürzt.

Ebenso bin ich mir ziemlich sicher, dass die Ermittlung der Absturzursache eines Flugzeuges eine mühevolle Kleinarbeit ist. Das nimmt Wochen  oftmals sogar Monate in Anspruch bis, wenn überhaupt, ein gesichertes Ergebnis feststeht.

Wie  kann es dann möglich sein, dass 3 Tage nach dem Absturz für nahezu die gesamte Welt ein Abschuss feststeht?
Woher kommt das Wissen über die Schuldigen?


Im günstigsten Fall würde ich Geltungssucht vermuten. Eine schöne Verschwörungstheorie eignet sich allemal gut dazu diese zu befriedigen.

Leider gibt es aber auch noch einen deutlich weniger harmlosen Grund.
Kriege lassen sich nicht einfach befehlen. Sie müssen von einem Großteil der Bevölkerung befürwortet werden. Aus diesem Grund wird vor jedem Krieg erst einmal die Propagandamaschine angeworfen. Der Feind wird dämonisiert und die eigene Position wird zur alleinig guten und gerechten Sache hochstilisiert. Nicht der Marschbefehl, sondern das so erzeugte Feindbild setzt letztlich die Truppen in Bewegung.
So und jetzt schießt unser Hofa  ein Flugzeug mit 300 unschuldigen Menschen, ein knappes Drittel davon Kinder ab. Genau das ist so eine Botschaft, die so eins Feindbild zu produziert.

So etwas zu behaupten, ohne auch nur den Funken eines seriösen Beweises zu haben, ist in meinen Augen unverantwortliche Kriegstreiberei.

Gastautor: Wolfgang S.

Samstag, 12. Juli 2014

Am Anfang war das Vorurteil...


Am Anfang war das Vorurteil
Und das Vorurteil war bei Rudi Federspiel
Und Rudi Federspiel wollte, dass es wahr wird.
Um seine Wahrheit zu beweisen, bezahlte er einen Privatdetektiv

Und das Vorurteil ist Wahrheit geworden
Und wohnt nun unter uns
Wie die „Bettelmafia“
Als Wurzel allen Übels

Wenn sich die Ärmsten der Armen in ihrem Elend zusammentun
Am Tag vielleicht zehn oder zwanzig Euro als Gaben erhalten
So nennt er es organisiertes Betteln, wittert mafiöse Strukturen
Und ruft nach der Polizei

Ach, Rudi Federspiel,
Wieviele Milliarden wurden in der Kärntner Hypo verbrannt
Wäre es da nicht auch Zeit einen Privatdetekitiv zu bezahlen
Der die Wahrheit ans Licht bringt?

Warum Kämpfst du nicht dort für die Gerechtigkeit?
Weshalb dürstest du da nicht ebenso nach der Wahrheit?
Mangelt es dir an Vorurteilen
Oder an Geld?

Gastautor: Harald B.

Montag, 30. Juni 2014

Die Top 20 der seltsamsten Parteien Österreichs

Sie, werter Leser, dachten, daß die Piraten einen seltsamen Namen tragen? Mitnichten.

Zur heuer stattfindenden Vorarlberger Landtagswahl möchte die Liste der "Buntkarierten" antreten. Aber glauben Sie mir: das ist nicht der eigentümlichste Name der österreichischen Parteienlandschaft.

Hier meine Top 20 aus dem österr. Parteienverzeichnis, das satte 990 Parteien dokumentiert:

  1. "Autonom revolutionär subversiv chaotische Hackler Partei" (A.R.S.C.H. Partei) (gegründet 1986)
  2. "Die Rebellen vom Liang Shan Po" ("D.R.V.L.S.P.") (gegründet 1983)
  3. "PARTEI DER FAULEN UND FEIGEN", abgekürzt "PFF" (gegründet 1987)
  4. "DIE EMSIGEN" (gegründet 1994)
  5. "Partei für den gemäßigten Fortschritt in den Grenzen des Gesetzes" (P.f.d.g.F.i.d.G.d.G.) (gegründet 1983)
  6. "IndianerInnenpartei mit Hausverstand Österreichs", kurz "IÖ" (gegründet 2012)
  7. "NATIONALREALISTISCHE ORDNUNGSPARTEI (NROP)" (gegründet 1976)
  8. "Heinzelmännchenpartei" (gegründet 2012)
  9. "DIE BESTE PARTEI - Die Partei für Frieden, Freiheit, Fröhlichkeit" (gegründet 1992)
  10. "Dachverband der Ewiggestrigen" (gegründet 1982)
  11. "WEEED - das mögliche Österreich" (gegründet 2012)
  12. "Partei glücklicher Österreicher" (gegründet 1998)
  13. "Politik ohne Parteibuch" POP (gegründet 1990)
  14. "Leben ist eine bewegliche Einheit (L.i.e.b.E.)" (gegründet 1995)
  15. "Keine-Partei" (gegründet 2005)
  16. "DAS VOLK REGIERT SELBST", kurz "DVRS" (gegründet 2006)
  17. "ICH WÄHLE NICHT" (gegründet 2008)
  18. "Alpine Pogo Partei Österreich", Kurzbezeichnung "APPÖ" (gegründet 2006)
  19. "Die Politische Palette Österreichs" (gegründet 1999)
  20. "Mit Anstand" (Anstaendig) (gegründet 2011)

Seit 1996 hat übrigens auch das hier im Umfeld Innsbrucks bekannte "Milser Dorf Blatt" Parteistatus, während indessen die Liste der Innsbrucker Bürgermeisterin "Für Innsbruck" nicht im Parteienverzeichnis aufscheint.
Weltmeister im Parteigründen sind definitiv die Grünen - satte 150 Einträge grünassoziierter Parteien und Listen findet man im Parteienverzeichnis. Das wird ein teurer Spaß, wenn der Rechnungshof demnächst Rechenschaftsberichte von den Parteien fordert.

Autorin: Irene Labner

Freitag, 27. Juni 2014

Sind Hymnen so etwas wie Nationalsaurier?



Was mir beim Thema Bundeshymne auffällt ist, dass der Aufschrei der politisch Korrekten weitestgehend auf Österreich beschränkt zu sein scheint. Auch in anderen Hymnen, wie etwa der "Ode an die Freude" - also der Europahymne (!) - wird die Existenz der Frauen negiert. "Alle Menschen werden Brüder", heißt es da. Gut, man kann einwenden, offiziell ist ja nur die Instrumentalversion die Europahymne.

Aber auch im Lied der Deutschen gibt es die Passage "Danach lasst uns alle streben, brüderlich mit Herz und Hand!" Also, auch hier spielt die Frau als solche keine Rolle.

Im übrigen Europa scheint das Problembewusstsein hinsichtlich der hymnischen Nichtbeachtung der Frauen jedenfalls deutlich geringer zu sein, als in Österreich.

Hier stellt sich nun die Frage, ob man nun an den alten Texten von Schiller & Co. einfach herumschnipseln und sie politisch korrekt auf Linie bringen sollte.

Abgesehen von Sportfesten - wofür braucht man überhaupt Hymnen?
Letztlich geht es doch um die Förderung des Gemeinschaftsgefühls und um die Abgrenzung von denjenigen die nicht dazu gehören. Es geht also letztenendes um nationals Pathos - und da stelle ich mir schon die Frage, wollen wir das und brauchen wir das überhaupt?

Vielleicht ist ja das System der Hymnensingerei genau so altväterisch oder altmütterisch, wie die Texte selbst. Wäre es nicht besser, die angestaubten Texte so zu belassen, wie sie sind; sie liebevoll von ihrem verstaubten Pathossockel herunterzunehmen; einzumotten und sie in Hinkunft im Museum als Relikte der Vergangenheit zu bestaunen?


Gastautor: Harald (VinPei) B.

Samstag, 24. Mai 2014

Rettet die Parteien!

Rettet die Parteien!

(Eine Antwort auf Ken Jebsens Aufruf zum Nichtwählen)

Ich könnte es mir auch einfacher machen. Etwa, in dem ich zur Rettung des Schlammpeitzger aufrufen würde. Der Hinweis, dass dieser karpfenartige Fisch unter den Top 10 der vom Aussterben bedrohten Tierarten in Österreich zu finden ist und dass dieser unter andrem in Tirol heimisch ist, würde mir einiges an Zustimmung bringen.

Vielleicht könnte ich für meine Initiative sogar mit Spenden rechen.
Aber Parteien?
Davon gibt es doch ohnehin schon genug, und von denen die es gibt, haben wir auch genug, restlos.
Das Verzeichnis der politischen Parteien in Österreich weist, Stand 21.2.2014, geschlagene 984 politische Parteien aus, eine Zahl die eine hinreichende Parteienvielfalt gewährleisten würde.

Gut, von dieser Liste wird man die verschiedenen Landes- und Regionalorgansiationen bestehender Parteien sowie Juxparteien, die ohne ernsthafte politische Motivation gegründet wurden, herausrechnen müssen. Aber über den Daumen gepeilt bleiben sicher 150 bis 200 Parteien über, die gegründet wurden um sich auf Bundesebene, oder zumindest auf Landesebene, für ein politisches Mandat zu bewerben.

Bei Landes- oder Bundeswahlen treten aber vielleicht 10 bis 15 Parteien an, also knapp 10 Prozent. Jemals ins Parlament geschafft haben es bislang, in den letzten bald 70 Jahren, insgesamt 8 Parteien und bei lediglich der Hälfte davon kann man gesichert davon ausgehen, dass sie auch künftig im Parlament vertreten sein werden.

In den letzten 59 Jahren hat es lediglich eine einzige Partei, die Grünen, geschafft, sich eine gesicherte Existenz in der Parteienlandschaft aufzubauen.
Ansonsten gab es verhältnismäßig kurze Aufblitzer, wie etwa beim Liberalen Forum. Auch beim gerade ins Parlament eingezogene Team Stronach ist das Ende bereits absehbar, und ob es die Neos auf Dauer schaffen werden steht noch in den Sternen.

Am Ende einer Parteigründung steht bei einer überwältigenden Mehrheit der politische Tod, das Vergessen.

Die Zahlen sind dramatisch, nur interessiert es halt niemanden. Es interessiert niemand, dass bei den meisten neu gegründeten Parteien Idealisten am Werk sind, die Freizeit und private Mittel in ein Projekt stecken, das das Zusammenleben aller verbessern soll.
All dem steht jedoch ein gnadenloser Ausleseprozess gegenüber, der diesem Engagement und allen damit verbundenen Ideen den Gar aus macht.

Gesetze, die das Aufkommen neuer Bewegungen mit bürokratischen Schikanen behindern, Medien, die sie solange ignorieren bis sie einen Fehler entdecken oder gegebenenfalls notwendigen Aktionismus als Beweis für das "nicht Ernst zu nehmen" heranziehen.

WählerInnen, die einen von vorne herein auf die Schubladen "Es sind eh alles die Gleichen" oder "links-linke Chaoten" verteilen und am allerschlimmsten Bürgerinitiativen und -bewegungen, die zwar genau das Gleiche fordern, aber sich bitte, bitte nicht politisch vereinnahmen lassen wollen.
Gemeinsam stimmen sie alle im Chor das Klagelied "Es ändert sich ja doch nichts" an und setzen munter Ihr Werk fort, damit sich nichts ändert.

Und das funktioniert bestens und anscheinend zu aller wohligen Unzufriedenheit.

Liebe BürgerInnen, damit sich etwas ändert, müsstet Ihr auch was anders machen -
Etwas anders machen und nicht nichts machen. Nicht wählen ist nichts machen. Es nützt nichts auf der Straße Forderungen, und seien sie noch so berechtigt, zu skandieren. Zu leise werden sie nicht gehört, zu laut werden sie bekämpft. Im ersten Fall passiert nichts, im zweiten stehen die Wasserwerfer bereit. Rudi Dutschke war zu laut, er wurde erschossen und die RAF ward geboren, auch der Arabische Frühling und der Majdan waren zu laut. Mag sein, dass die jetzt Mächtigen am Ende zu den Verlierern gehören, ohne politische Unterstützung gehört die Stimme der Straße sicher nicht zu den Gewinnern.

Ihr müsstet Euch bei jeder Wahl neu entscheiden. Ihr müsstet Euch klar machen, dass es die neuen, die noch nicht kalkulierbaren Parteien sind, die die größte Unruhe bei den etablierten Parteien erzeugen. Diese Instabilität ist es, die Änderungen möglich macht. Ihr müsst akzeptieren, dass Parteien lernen, sie lernen das Verhalten von den Wahlsiegern, das ist es, was Erfolg bringt. Über die Jahre passen sich daher Parteien dem System an, bis dahin ändern sie etwas. Aber wo ist das Problem, es entstehen neue Parteien. Lasst sie die alten ablösen.

Und vor allem, liebe Bürgerinitiativen. Wenn ihr glaubt, dass ihr nichts erreichen könnt wenn ihr mit einer neuen Partei in Verbindung gebracht werdet, dann hab ihr euch mit den etablierten Parteien bereits arrangiert. Ob Ihr euch an die Regierungsparteien gleich anbiedert oder deren Wählern das Feld überlasst, mach keinen Unterschied. Ihr lebt bereits den faulen Kompromiss.

Also:

Rettet die Parteien.

Autor: Wolfgang S.

Dienstag, 13. Mai 2014

Wir sind die Deppen - über Produktionsverlagerung von Tirol nach Serbien

Heute hat mir jemand von den geplanten Kündigungen bei der Firma Swarovksi berichtet - angeblich müßten bis Ende des Jahres bis zu 800 Mitarbeiter gehen, die Produktionshalle in Wattens würden geschliffen, das darunter liegende verseuchte Erdreich würde aufgearbeitet und dann würde der Konzern künftig in Serbien produzieren. Dank EU-Fördermitteln für strukturschwache Regionen kann der Konzern künftig seine Produktion kostengünstig ins Ausland verlagern.
Das hat mich natürlich beschäftigt und ich hab mich mal an die Recherche gemacht..

Wir zahlen Steuergelder an die EU, die ihrerseits wieder Fördermittel an EU-Länder und Beitrittskandidatenländer vergibt. Ich dachte Sinn der Sache ist es, daß sich dort in diesen strukturschwachen Regionen die dort einheimischen Unternehmen aufbauen können, nicht daß etablierte Konzerne aus Österreich in diese Regionen abwandern und bei uns Hunderte und Tausende arbeitsloser Menschen hinterlassen, die wir dann wiederum aus Steuergeldern finanzieren und in den Arbeitsmarkt integrieren müssen.

Meine Recherche zum Thema hat übrigens einige interessante Fakten zutage gebracht.

TT, 20.03.2012 - Swarovski baut Werk in Serbien
Durch das globale Produktionsnetzwerk werde man mehr Stabilität zusammenbringen. In der Zeit in der man in Subotica 15 Millionen investiere, werde man in der gleichen Zeit mehr als 100 Millionen investieren um den Standort Watten zu modernisieren.
http://tirol.orf.at/news/stories/2525730/

 Ich vermute die tolle Investition von angeblich 100 Millionen hat Swarovski offenbar in die Erweiterung seiner Kristallwelten gesteckt, allerdings nur 34,5 Millionen:
Die Swarovski Kristallwelten, eine der erfolgreichsten Sehenswürdigkeiten Österreichs,
werden ab Oktober mit einer Gesamtinvestitionssumme von 34 MillionenEuro deutlich erweitert.
Pressemitteilung Swarovski 04.10.2013












Der Swarowski Betriebsrat in der Betriebsratszeitung Anfang 2012:


































https://www.yumpu.com/de/document/view/10067894/swarovski-nun-auch-in-serbien-swarovski-betriebsrate-tirol

Mit finanzieller Unterstützung arbeitet die Firma Swarovski einen "Sozialplan" für gekündigte Mitarbeiter aus, 11.06.2013:
Die Firma, der Betriebsrat, die Arbeiterkammer und das Land Tirol haben den Sozialplan ausverhandelt. Für jeden gekündigten Mitarbeiter würden im Rahmen einer eigenen Arbeitsstiftung bis zu 11.000 Euro für die Aus- und Weiterbildung zur Verfügung stehen. 9.500 Euro pro Betroffenem zahle Swarovski, 1.000 Euro das Land, 500 Euro der Betriebsrat, erklärt AK-Präsident Erwin Zangerl. Er sagt: „Swarovski hat die Verantwortung für die gekündigten Mitarbeiter wahrgenommen.“

Der Standard, Jänner 2014:
Der Tiroler Glaskristallhersteller Swarovski mit Stammsitz in Wattens lagert einen Teil seiner Produktion nach Serbien aus. Die im ORF Tirol genannte Zahl von 200 Arbeitsplätzen - die über natürliche Fluktuation "abgefedert" werden sollen - wird vom Unternehmen nicht bestägt. Das Werk in Serbien werde in nächster Zeit in Betrieb genommen, hieß es. 
http://derstandard.at/1389857849615/Swarovski-verlagert-Teil-der-Produktion-ins-Ausland

Laut Neuigkeiten von subotica.com vom 14.01.2014 soll Swarowski angeblich innerhalb der ersten 3 Jahre 595 Arbeiter im neuen Werk beschäftigen. Bürgermeister Vucinic meinte am 07.03.2014, daß das Swarovskiwerk in Subotica eines der größten Zentren und Werke des Konzerns in Europa darstelle.
Subotica selbst wirbt als Freihandelszone mit der niedrigen Mehrwerts-und Körperschaftsteuer. Das heißt konkret:
Unternehmen, die mehr als 800 Mio. RSD (ca. 7 Mio. EUR) in Anlagevermögen investieren und 200 neue Arbeitnehmer unbefristet anstellen, sind zehn Jahre steuerbefreit. Gewerbliche Investitionen sind für fünf Jahre steuerbefreit, ebenso Investitionen in unterentwickelte Regionen. Verluste können über fünf Jahre vorgetragen werden.
https://www.ksv.at/sites/default/files/assets/documents/927leitfadenserbien.pdf (S.13)

Und als EU-Beitrittskandidat kann Serbien auch schon Ansuchen für EU-Fördermittel über das IPA-Programm beantragen, z.B. Fördergelder für strukturschwache Regionen.
Suboticainvest schreibt: 
Ausländische Firmen haben im Zuge von Privatisierungen und Greenfield Investitionen den industriellen Entwicklungsprozess Suboticas in den letzten jahren maßgeblich beschleunigt und geprägt.  
In den letzten fünf Jahren haben folgende große ausländische Unternehmen eine produzierende Geschäftstätigkeit in Subotica aufgenommen:


  • ATB (A),
  • Loher by Siemens Group (D)
  • AEG (I).
Oha, das macht offenbar nicht nur Swarovski, sondern auch andere mitteleuropäische Traditionsunternehmen...und mich wundert nun auch nicht mehr, warum sich grade die FPÖ für die EU-Aufnahme Serbiens starkmacht. Das scheint ja das angehende Wirtschaftswunderland für österreichische Betriebe zu sein...

Und mit all diesen Infos mag man nun Puzzle-Spielen...das zusammengesetzte Puzzle ist freilich ein Trauerspiel für Tirol und Österreich.

Autorin: Irene L.


Samstag, 10. Mai 2014

Statt Sport - Innsbruck

Wer weiß eigentlich, dass Innsbruck eine Sportstadt ist?

Wahrscheinlich die meisten InnsbruckerInnen.
Interessant ist aber auch die Frage, wer weiß das nicht.

Da wäre einmal Google, das bei der Suche nach Sportstadt als ersten Treffer Kindberg auswirft. Innsbruck taucht irgendwo auf Seite 4 mit einem Link zur Stadt Innsbruck auf, wo man informiert wird, wie Sportvereine um Subvention ansuchen können.

Facebook weiß noch weniger von der Sportstadt Innsbruck. Die Suche nach Sportstadt liefert gefühlt die ganze Welt außer Innsbruck. Nur die direkte Suche nach "Sportstadt Innsbruck" bringt einen Treffer: Die Seite der Mountainbike Initiative Tirol mit dem Titel 'Beförderungsverbot von "DH Fahrrädern" in DER Sportstadt Innsbruck'.
Auch die hierorts ansässigen Profivereine sind kaum geeignet den längst verblassten Glanz zweier Winterolympiaden und den nie vorhandenen Glanz der YOG aufzupolieren.

Das Tauziehen um den Patscherkofel, dessen Rückkauf ohne Plan was man eigentlich damit anfangen will passen da hervorragend in das Gesamtbild.

Das einzige was den hohlen Slogan von der "Sportstadt Innsbruck bewahrt zu einer ähnlichen Lachnummer zu verkommen wie der von der Weltstadt ist, dass wir uns im Laufe der Jahre einfach daran gewöhnt haben.

Eine gestaltende Stadtführung hätte schon längst darauf kommen müssen, dass ein Imagewechsel Not tut. Man könnte zum Beispiel, angesichts von doch einigen höchst innovativer Unternehmen und einer Uni, die zumindest im Bereich der Quantenphysik Weltspitze ist, versuchen sich den Ruf der Innovationsstadt zu erarbeiten. Das Potential wäre da, der politische Wille fehlt. Da gefällt sich der Gemeinderat doch eher darin den Ruf der Verbotsstadt zu zementieren und wird auch immer besser darin. 
War das Radfahrverbot in der Maria Theresienstraße noch ziemlich umstritten, ist das
Rauchverbot im Freien in der Nähe von Spielplätzen schon einstimmig beschlossen worden.

Autor: Wolfgang S.

Sonntag, 27. April 2014

Dinner for four - der Gipfel der Sicherheit

Dinner for four.


The same procedure as every year“ könnte das Motto des wieder einmal veranstalteten Sicherheitsgipfels gewesen sein.

Admiral von Schneider, aka LA Rudi Federspiel fordert wieder einmal die volle Härte, Mrs. Winterbottom (Soziallandesrätin Christine Baur) sieht in verstärkter Sozialarbeit den Ansatz, Mr. Pommoroy (Landespolizeidirektor Helmut Tomac) lobt die erfolgreiche Polizeiarbeit und untermauert sie mit den entsprechenden Zahlen und alle stimmen Miss Sophie (Bgm Christine Oppitz-Plörer) zu, dass das das Problem auf mehreren Ebenen angesiedelt und folglich auch auf mehreren Ebenen gelöst werden muss.

Die Ebenen sind auch rasch angeführt, die Untätigkeit der Europäischen Union, die unkooperative Haltung von Staaten wie Marokko und die Mutlosigkeit der Bundesregierung.
Bei letzterem, der Mutlosigkeit der Bundesregierung stimmen wir sogar zu.
Denn zweifellos fehlt der Bundesregierung, aber auch den Teilnehmern des Sicherheitsgipfels der Mut zuzugeben, dass die Gesetze, die das Problem überhaupt erst zum Problem machen falsch sind.
Jedem ist klar, dass die Zahl der Konsumenten weicher Drogen zwar noch lange nicht die der Konsumenten legaler Drogen erreicht, aber immerhin beachtenswert ist.
Selbst in Amerika, dem Mutterland von „Law and Order“ beginnt sich die Erkenntnis durchzusetzen, dass der Krieg gegen Drogen lediglich Tote und gefüllte Gefängnisse gebracht hat, aber maximal die Lebenssituation der Drogenbosse verbessert hat.
Jedem sollte klar sein, dass Gesetze und Beschränkungen, deren Sinn und Begründung nicht nachvollziehbar sind, kaum durchzusetzen sind.
Und wirklich rechtfertigen lässt sich das Verbot des Konsums von Substanzen, die im schlimmsten Fall nur den eigenen Körper schädigen, nicht.
Eigentlich wäre es ganz einfach. Man müsste nur jedem mündigen Menschen das Recht zu gestehen, über seinen eigenen Körper uneingeschränkt zu verfügen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
Warum sich die Politik damit gar so schwer tut ist allerdings auch nachvollziehbar, sie müsste damit Macht über ihre Bürger abgeben.
So bleiben wir pessimistisch genug um auch nächstes Jahr die Neuaufführung des Sicherheitsgipfels zu erwarten.

Autor: Wolfgang S.